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Alles auf Anfang / Eröffnungsrede

Eröffnungsrede von Dörte Kaufmann 13.Oktober 2016 sehsaal 

 

Hsin-Wen hat in diesem Raum 5 Objekte installiert, die einen wunderbaren Überblick liefern über das, was sie in ihren Ausbildungen der Komposition, der floralen Gestaltungen in Zürich und Zwettl gelernt hat und erahnen lassen wo ihre Reise in der künstlerischen Selbständigkeit hingehen wird.

ALLES AUF ANFANG ist der Titel dieser Ausstellung.

Was für ein Anfang ist das?

Es ist ein Anfang in der Mitte Deines Lebens, der Dich zu Deiner vollen Blüte bringt. Er steht im Bezug auf alles, was gewesen ist und alles was noch kommen mag.

So ist er Zwischenstop. Eine Atempause zwischen Teilen einer Symphonie.

 

In dem Konzert dieses Abends lässt uns Hsin-Wen als Komponistin, die das Orchester eingetauscht hat gegen Pflanzen, die Blumen in synästhetisch-sinnlichen Verknüpfungen förmlich hören.

Rhythmen ergänzen sich mit Klang und Farben zu vergänglichen Objekten, die in ihrer Fragilität mit der Beständigkeit im Wettstreit stehen.

Das Objekt Sitzen, Liegen, Stehen zeigt das ganz besonders. Das ausgewaschene Holz vom Attersee, ein Fundstück aus dem Freundeskreis, findet seinen Weg zu Hsin-Wen und wird von ihr in Kontext gesetzt zu den äußerst zarten und feinen Samen einer Distel.

Wie drei Aggregatszustände beschreibt der Titel des Objekts, was sie uns zeigen möchte:

Leicht spielt mit schwer, alt mit jung, beständig mit flüchtig, Bewegung mit Stillstand.

 

Ihre Arbeiten sind poetisch – das ist bei Blumen ja auch zu erwarten –sie sind lustig und erzählen auch nachdenkliche Geschichten:

So ist in Tanzen die Frage nach dem Innen und dem Außen gestellt. Nach dem wo wir hingehören, nach Akzeptanz und Ausgrenzung. Es entsteht immer ein Spannungsfeld, wenn wir die Frage nach der Heimat stellen. Wo gehören wir hin?

 

In jedem der Objekte ist Deine Lebenserfahrung, Deine Geschichte verarbeitet. So auch in dem Objekt Singen.

Hsin-Wen erzählte mir einmal, dass es in Taiwan die Tradition gibt, um die Erfüllung eines Wunsches zu ermöglichen, müsse man 1000 Kraniche falten. Sie hat bei einem Krankheitsfall in der Familie 1000 Kraniche gefaltet und ihr Wunsch ist in Erfüllung gegangen.

 

Wenn wir also unsere Herzen öffnen und Wünsche formulieren, dann gehen diese auch in Erfüllung. Im Zentrum des Raumes hat Hsin-Wen das Werkstück Seerose installiert, das die Frage nach den Wünschen weiterbearbeitet. In die horizontal gehängten, glatten Äste sind kleine Löcher gebohrt, in denen zum Teil kleine beschriftete Röllchen aus Papier stecken. Jedes dieser Papiere trägt einen Wunsch von Hsin-Wen. Diese Wünsche sind zum Teil schon Wirklichkeit geworden. Andere werden noch realisiert und andere dürfen noch dazu kommen. So hat alles seine Zeit.

 

Danke Hsin-Wen für Deinen MUT, nun an diesem Anfang in Deinem Leben einen nächsten Schritt zu machen, eine neue Stufe zu erklimmen. Du hast „Mein Atelier“ gegründet. In diesem wirst Du an Deinen Ausstellungsprojekten und Installationen arbeiten, Du wirst Arrangements für den täglichen Gebrauch herstellen (für Praxen und Büros) und Schaufenster gestalten.

 

Der Weg in Deine Selbständigkeit hat begonnen und blüht schon wie wild. Er ist schon lang kein Anfang mehr. Heute eröffnest Du Deine Ausstellung - Du hast einen zeitlichen Raum in Deinem Leben für Dich erobert, in dem du ungestört arbeiten kannst, in dem Du Dich entfaltest, Deine Projekte umsetzten kannst und wo wir Dich und Deine Objekte treffen können.

 

Heute ist ein Fest, ein Geburtstag – Dein Geburtstag!

So steht im Mittelpunkt dieser Schau ein aufgebrochenes Ei, dessen Dotter ein kleiner See aus Blüten ist. Ein See aus Nelken.

Dein Name bedeutet übersetzt Nelke.

Das Ei ist aufgebrochen. Es kann losgehen!

 

Alles erdenklich Gute für Dich!

 

 

Danke an Barabra Höller für diesen wunderbaren Raum!

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